Ein Rendering entsteht

Der Begriff Rendern, oder Rendering leitet sich von „to render“, „machen, leisten, erweisen“ ab und meint im eigentlichen Sinn die Umsetzung einer Skizze im klassischen Design.  In der 3D Computergrafik wurde dieser Begriff adaptiert als Computergestützte Berechnung eines Bildes aus einer 3D Szene. Hier überschneiden sich häufig die Begriffe Rendering, Visualisierung, 3D-Visualisierung und CGI. CGI ist dabei die Abkürzung des englischen Begriffs „Computer generated Image“ und meint die mit Hilfe von sogenannter 3D-Software digital erzeugten Bilder. Es lässt sich also sagen, dass Rendern im Bezug auf die Visualisierungen primär den technischen Prozess meint und CGI  den Ablauf von Beginn eines Projektes bis hin zum fertigen Bild.

Erstmalig verwendet wurde diese Technologie im Jahr 1982 für den Film Tron, der zum größten Teil in einer Art Computer spielt. Ein Teil der Szenerie wurde dabei computergestützt generiert, der Rest bestand aber aus Kulissen. Die Schauspieler agierten vor schwarzen und grauen Hintergründen, das Filmmaterial war schwarz-weiß und wurde hinterher per Hand eingefärbt.

Heute ist CGI nicht mehr aus unseren Medien wegzudenken. 70 Prozent der Bilder des aktuellen IKEA-Kataloges sind beispielsweise rein digital erstellt. CGI findet sich in sämtlichen Magazinen, Film-und Fernsehproduktionen- und eben auch im Bereich der Architekturvisualisierung. The Imagery produziert am Standort München solche Visualisierungen für Architektur und erstellt in enger Absprache mit Designern und Architekten texturierte 3D-Modelle.

Renderprozess in 3ds max mit vray

Ein Rendering wird produziert: Der Prozess des Renderns im Programm 3ds max, veranschaulicht am Nachbau eines Sessels von Pierre Jeanneret für die Planstadt Chandigarh. Als Engine für dieses Rendering wurde Vray verwendet.

Vom 3D-Modell zum Rendering

Sessel von Le Corbusier und Pierre Jeanneret in einem Apartment in Paris

Unser Projekt

Anhand des Beispiels von einem Sessel, den Pierre Jeanneret für Le Corbusier entwarf, erklären wir hier die Vorgehensweise von einer Vorlage, über das Modellieren in 3D bis hin zur Texturierung und Rendern eines Modells.

Das Rendering auf diesen Bildern zeigt einen Sessel, dessen Vorbild Teil einer Serie für die Planstadt Chandigarh war, die nach der Teilung Indiens als Regierungssitz des indischen Teils des Punjab diente. Le Corbusier beauftragte seinen Vetter mit dem Entwurf zahlreicher Sitz- und Büromöbel. Es entstanden Ikonen des Möbeldesigns, wie der Committee Chair, oder der Kangouru Armchair für Wartebereiche. Heute werden die Möbel zu Höchstpreisen über namhafte Auktionshäuser verkauft und den Bauten Le Corbusiers somit ein großes Stück ihrer Geschichte entnommen. Für weiter Informationen zu den Möbeln klicken Sie hier:

3D Design des Sessels in 3ds max

3D Modeling

Vor der Visualisierung eines Objektes steht der Prozess des Modelings: Aus einem einfachen Körper, wie beispielsweise einem Quader oder einer Fläche wird zunächst die grobe Geometrie geformt. Dazu wird die Grundform in mehreren Schritten unterteilt und mit Hilfe von Kontrollpunkten deformiert. Die Abbildung zeigt ein Drahtgittermodell des fertigen Entwurfs.

Bei einem hochwertigen Rendering sind auch unscheinbar wirkende Detail wichtig, wie im Möbeldesign beispielsweise Ziernähte, Keder oder Nägel. Auch Deformierungen, die durch den Gebrauch eines Möbels entstehen, wie beispielsweise Verformungen des Polsters werden digital nachgestellt.

Für ein Rendering sind neben Lichtsetzung und Kameraposition vor allem die Geometrie des 3D-Modells und eine korrekte Texturierung entscheidend. Im nächsten Schritt muss das Modell daher mit Texturen versehen werden. Dazu wird eine zweidimensionale Abwicklung des Sessels erstellt, die im Anschluss exportiert- und mit einem Bildbearbeitungsprogramm wie beispielsweise Photoshop bearbeitet werden kann.

Texturiertes 3D-Modell

Texturierung

Der Bezug, den wir für den Sessel gewählt haben stammt von Osborne & Little, dessen grüne Färbung sehr gut mit dem rötlichen Tropenholz der Beine harmoniert. Wichtig für das Rendering ist neben der korrekten Positionierung und Skalierung der Textur auch der sog. Shader.

Gemeint ist damit der technische Aufbau der Textur; das Regelwerk hinter dem Aussehen. Der Bezug besteht im Original aus einer dunklen Basis, auf dem organische Formen mit grünem Samt gestickt werden. Dieser Effekt muss ebenso nachgebildet werden, wie beispielsweise das Schimmern des Samtes oder die je nach Einfallswinkel unterschiedlichen Lichtreflexe. Dazu werden mehrere Texturen erstellt, die den dreidimensionalen Effekt, unterschiedliche Farbgebungen, Reflex und Spektraleinfall steuern. Nach dem die Kamera positioniert- und die virtuelle Atmosphäre geladen wurde, kann das Rendering starten. Die Renderengine berechnet Lichteinfall und Umgebung physisch korrekt und produziert das eigentliche Bild. Nach Abschluss dieses technisch sehr aufwendigen Prozesses kann das Rendering exportiert werden und wird bei Bedarf auf dem Rechner nachbearbeitet.

Innenarchitektur für ein Apartment in New York

Rendering des Sessels

In dieser Visualisierung zu sehen mit einem abgeänderten Bezug aus grünem Samt, zusammen mit dem passenden 2-Sitzer  für das Projekt: 504 Apartments in New York City.

504 Park New York Logo
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